Mein Freund, der Roboter – Teil 4 der Blog-Serie

 

Roboter sind keine neue Erfindung: schon 1740 erbaute Jacques de Vaucanson eine automatische Ente, die mit den Flügeln flattern, schnattern und Wasser trinken konnte. Industrie-Roboter sind schon seit Jahrzehnten im Einsatz – mit Roboterarmen so groß wie ein Einfamilien-Haus und einigen tausend PS stark. Also warum die Aufregung, wenn man von Robotern im Restaurant oder in der Medizin spricht?
 

Auch ein Roboter hat Sinne

Den Aufwind in der Roboter-Technik in den vergangenen Jahren brachten vor allem viele Durchbrüche in der Sensortechnik. Um überhaupt funktionieren zu können, brauchen Roboter Sensoren und Aktoren. Sensoren sind vergleichbar mit unseren Augen, Ohren, Nase, Mund und Fingern. Durch Sensoren nehmen die Roboter die Welt wahr – denn auch sie brauchen diese Sinne, um sich frei bewegen zu können. Einen Sensor benutzen wir Menschen mittlerweile auch laufend: den Positionssensor GPS in unseren Navis und Handys.

Zusätzlich braucht ein Roboter auch noch Aktoren, die vergleichbar mit unseren Knochen, Muskeln und Gelenken sind. Sie braucht ein Roboter also, damit er sich bewegen, fassen und greifen kann. Damit wird der Roboter brauchbar – brauchbar für zum Beispiel den Arbeitseinsatz.

Mein Roboter, der Gastgeber

„Ein Roboter im Hotel – undenkbar. Da geht ja die Individualität und die Gastfreundschaft verloren“, hören wir aus der Branche. In Japan gibt es schon Roboter-Haustiere – kleine Hunde und Katzen mit großen Augen und kuscheligem Fell. Diese werden sogar bei Demenz-Kranken eingesetzt, um ihnen das Gefühl von Geborgenheit zu geben. Und? Es funktioniert.

Warum soll es dann in einigen Jahren nicht auch gastfreundliche Roboter geben? Zugegeben, noch stecken die Entwicklungen in den Kinderschuhen. Der Roboter Pepper, der zum Beispiel im Hotel Übergossene Alm an der Rezeption im Einsatz ist, begeistert und unterhält vor allem die Kinder. Aber vielleicht sind wir in 5 oder 10 Jahren durch den Einsatz in der Medizin und im Handel so an Roboter gewöhnt, dass wir sie im Urlaub vermissen würden?

Wo sind bereits Roboter in Hotels & Restaurants im Einsatz?

Aber zurück in die Gegenwart: Roboter werden schon in den ersten Pilot-Projekten in Restaurants und Hotels eingesetzt. Wir haben hier einige interessante YouTube-Videos und Links zusammengestellt:


Die rollende Minibar in Rilano Hotel in München


Burger-Bot-Restaurant in San Francisco

Offen für Veränderungen?

Mit der Direktoren-Geschäftsführer-Akademie (DiA) waren wir schon öfter im Rollercoaster-Restaurant im Wiener Prater. Ein Lokal, das ohne Kellner auskommt. Der Clou: alle Speisen und Getränke werden per Tablet bestellt und via „Achterbahn“ an die Gäste ausgeliefert. Ein tolles Erlebnis – ohne Mitarbeiter am Gast. Aber uns hat auch Technik interessiert: es steckt eine komplexe Sensor- und Aktoren-Technik dahinter, mit der zukünftig Restaurants ganz ohne Mitarbeiter in greifbare Nähe rücken.

In diesem Sinne schließen wir uns dem Zitat von Gustav Heinemann an und bleiben offen für alle neuen Roboter-Entwicklung:

„Leben ist Veränderung, wer sich nicht verändert, wird auch verlieren, was er bewahren möchte.“

Die Blog-Serie zur Digitalisierung geht weiter…

Wir haben es uns zur Mission gemacht, Begriffe der Digitalierung für Nicht-Techniker einfach zugänglich zu machen. In den ersten Teilen der Blog-Serie haben wir die Begriffe Digitalisierung, Algorithmen, Künstliche Intelligenz (KI), Maschinelles Lernen und Deep Learning erklärt.

In den nächsten Teilen werden Spracherkennung, Chatbots, Smart/Big Data sowie Virtual & Augmented Reality beleuchtet. Aber vielleicht geht es ja weiter, weil die Entwicklung hört nicht auf…